„Wir sind ein gutes Stück vorangekommen. Es herrschte eine sehr vertrauensvolle
Atmosphäre.” Pfarrer*innen und Kirchenvorstands-Mitglieder aus der Andreasgemeinde, der
Matthäusgemeinde, der Paulusgemeinde, der Petrusgemeinde und der Stadtkirchengemeinde kamen
am 29.10. von 9:30 bis 14:00 Uhr zusammen – wenn das kein Zufall ist, am Tag vor dem Reformationstag
– um sich über weitreichende Veränderungen ihrer Gemeindestrukturen auszutauschen.
Ort war das wunderbare Gemeindehaus der Petrusgemeinde, begleitet wurde der Vormittag von
zwei Vertreter*innen des IPOS (Institut für Personalberatung, Organisationsentwicklung und Supervision)
sowie Pfarrer Thomas Eberl aus dem Regionalbüro der EKHN.
Worum geht es? Unabhängig von dem Prozess EKHN 2030 mit dem geplanten geänderten Regionalgesetz
zur Bildung von Nachbarschaftsräumen sehen die fünf Kirchengemeinden die Notwendigkeit
und Chance einer engeren Zusammenarbeit und sind deshalb aufeinander zugegangen. Im diesem
ersten Austausch der Pfarrer*innen und der KV-Mitglieder, dem bereits Gespräche der Pfarrer*innen
vorausgegangen waren, wurde vieles klarer: Eine stärkere Kooperation, ja ein Zusammenschluss
in welcher genauen Form auch immer kann die Chance bieten, sich inhaltlich stärker auf das Kerngeschäft
zu konzentrieren, sie kann das wachsende Verwaltungsgeschäft verschlanken, sie bietet den
einzelnen Gemeinden die Chance, ihr jeweiliges Profil zu schärfen und auszubauen und andererseits
anderes den Gemeinden zu überlassen, die in anderen Bereichen ihre Stärken haben. Letzteres
wurde umso anschaulicher und greifbarer, als die fünf Gemeinden sich mit ihren Besonderheiten
den anderen vorstellten und miteinander ins Gespräch kamen. So lässt sich in einem solchen Verbund
der fünf Gemeinden sehr gut ein tragfähiges und konstruktives Zusammenwirken der doch
sehr unterschiedlichen Ausprägungen durch die unterschiedlichen Standorte und Zielgruppen und
damit auch unterschiedlichen Schwerpunkte vorstellen.
Die Ernsthaftigkeit des Projekts wurde nicht zuletzt in den sehr konkreten Vereinbarungen deutlich,
die am Ende des Vormittags getroffen wurden: So soll bis Ende des Jahres eine Steuerungsgruppe
gebildet werden aus den Pfarrer*innen der Gemeinden und je zwei Vertreter*innen der Kirchenvorstände
aller fünf Gemeinden. Es sollen Gemeindeversammlungen für die Auseinandersetzung mit
diesem Thema genutzt werden, zu denen auch die anderen Gemeinden eingeladen werden. Es soll
ein Stammtisch eingerichtet werden, zu dem Mitglieder aus allen fünf Gemeinden eingeladen werden.
Insgesamt ist angedacht, den gesamten Prozess durch das IPOS begleiten zu lassen. Schließlich
wurde die Verabredung getroffen, die Öffentlichkeitsarbeit punktuell zu koordinieren. Hier bildet
dieser Bericht einen Anfang und wird in allen fünf Kirchengemeinden im Gemeindebrief, in Schaukästen
oder auf der Homepage veröffentlicht.
Das Zusammentreffen war insgesamt von einem enormen Schwung geprägt, Bedenkenträger waren
kaum zu hören. Allerdings werden die tatsächlichen Stolpersteine und Hürden natürlich in der weiteren
Arbeit nicht verborgen bleiben. Ein sehr positiver Anfang ist gemacht und lässt sehr hoffen für
den weiteren Weg!
Annette Laakmann (Stadtkirchengemeinde)
Regine Lehmann (Petrusgemeinde)
November 2021