Weltuntergangsstimmung?! »Die apokalyptischen Reiter«

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»So eine merkwürdige Weltuntergangsstimmung!?

»Was ist bloß mit der Welt los?«, frage ich mich schon seit einiger Zeit. Irgendwie geht ihr die Hoffnung flöten, irgendwie ist ihr unterwegs der gute, alte Fortschrittsglauben abhanden gekommen. Statt dessen liegt so eine merkwürdige Untergangsstimmung – vielleicht auch eine fatalistische Lust am Untergang? – in der Luft. Katastrophen gab es ja schon immer, aber nun sind viele wirklich der Meinung, das Ende sei nun nahe: Corona, Klimakrise, Kriege und Armutsmigration heißen die vier apokalyptischen Reiter unserer Tage. Laut einer aktuellen Studie mit Menschen zwischen 16 und 25 Jahren in zehn Ländern glauben mehr als die Hälfte der Befragten, dass die Menschheit dem Untergang geweiht sei. Ich frage mich: Wo ist der jugendlich-naive Optimismus geblieben? Wo sind die positiven Utopien von einer besseren Welt? Dort, wo man früher vielleicht etwas zu optimistisch auf Vernunft und Technikgläubigkeit gesetzt hat, dort regiert jetzt die blanke Irrationalität. Und der Kampf gegen dunkle Verschwörungsmächte scheint wirkmächtiger zu sein als der Wille, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und die Probleme der Menschheit gemeinsam anzupacken.
Mag ja sein, dass der Prophet Johannes in seiner Apokalypse am Ende mit seiner Vision Recht hat: »Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen! Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!« (Apk.21,1-5) Aber bis dahin lasst uns doch um unsere gute, alte Erde kümmern, mit »allem Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art«, wie der erste Schöpfungsbericht in Gen.1 es so wunderbar anschaulich beschreibt - lasst uns gemeinsam nach Lösungen suchen mit Herz und Verstand und kühlem Kopf!
Dass die diesjährige Predigtreihe zur Passionszeit - mit vielen hellen Köpfen als Gastprediger*innen auf der Stadtkirchen-Kanzel - dazu einen Beitrag leisten möge, wünscht uns

Ihr Karsten Gollnow