Vorstellung Pfarrerin Dr. Anna Scholz

 

Anna E ScholzDer Himmel ist nicht nur über unseren Köpfen. Er streckt sich bis runter auf die Erde. Immer, wenn wir den Fuß vom Boden heben, laufen wir im Himmel. Laufe mit diesem Wissen durch die Stadt. Überlege, wie lange du heute im Himmel gelaufen bist.“
(Yoko Ono, Himmelsstück X in dies.“Acorn“, Berlin 2014)

Dieser Gedanke begleitet mich oft. Er verändert den Blick auf die Welt, auf andere Menschen und auf die Orte, an denen wir leben. Vielleicht ist es genau das, was mich an Kirche bis heute begeistert: dass sie Räume eröffnen kann, in denen etwas von diesem „Himmel auf Erden“ spürbar wird – in Musik und Kunst, im Gespräch, in der Stille, im gemeinsamen Feiern und Nachdenken, in Trost und Hoffnung.

Seit drei Jahren lebe ich in Darmstadt. Die Liebe zu meinem Mann, der als selbstständiger Grafik- und Webdesigner arbeitet, hat mich aus Mittelhessen hierhergeführt. Gemeinsam wohnen wir mit unseren beiden Katzen Benni und Bärchen im Moment im Martinsviertel und werden dann demnächst in die Pfarrwohnung umziehen. Unsere erwachsene Tochter studiert Jura in Marburg. Dass das Leben immer wieder neue Wege eröffnet und Menschen zusammenführt, empfinde ich bis heute als großes Geschenk.

Beruflich war ich in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen Funktionen für die EKHN tätig – zunächst als Theologische Referentin der stellvertretenden Kirchenpräsidentin, zuletzt als Visitationsbeauftragte. Besonders wichtig geworden ist mir dabei die Frage, wie Kirche auch in Zukunft Orte bewahren und gestalten kann, an denen Menschen Sinn, Gemeinschaft und geistliche Heimat erfahren.

Zuvor war ich mehrere Jahre Gemeindepfarrerin im ländlichen Raum zwischen Marburg und Gießen. Dort habe ich erlebt, wie lebendig Kirche wird, wenn sie offen auf Menschen zugeht und gemeinsam mit anderen das öffentliche Leben gestaltet – mit Gottesdiensten, kulturellen Projekten, Musik, Gesprächen in Kneipen oder spontanen Aktionen mitten in der Stadt.

Die Verbindung von Kunst, Film und Religion liegt mir dabei besonders am Herzen. Viele Jahre habe ich in einem ökumenischen Arbeitskreis „Kino+Kirche“ mitgearbeitet und schätze kulturelle Ausdrucksformen als Möglichkeiten, die großen Fragen des Lebens auf eine besondere Weise zur Sprache zu bringen. Kunst und Glaube öffnen beide Räume für das, was sich nicht vollständig erklären lässt – für Sehnsucht, Schönheit, Zweifel und Hoffnung.

Seit einigen Monaten engagiere ich mich außerdem ehrenamtlich als Co-Direktorin der Evangelischen Stadtakademie. Bildungsarbeit und gesellschaftlicher Dialog sind mir sehr wichtig, weil wir Orte brauchen, an denen Menschen über die drängenden Fragen unserer Zeit miteinander ins Gespräch kommen können. Gern möchte ich dort, wo es passt, Brücken zwischen der Arbeit der Stadtakademie und dem Leben an der Stadtkirche schlagen.

Seit 2018 habe ich außerdem einen Jagdschein und gehe in einem Revier in der Nähe Marburgs auf die Jagd. Die Zeit draußen in der Natur bedeutet für mich oft auch eine Begegnung mit dem „Heiligen“. Im Wald und in der Stille wird spürbar, dass wir Teil von etwas Größerem sind und das Leben nicht nur machbar, sondern vor allem verdankt ist.

Ebenso wichtig ist mir gesellschaftliches Engagement in Vereinen und Initiativen. Gerade in spannungsvollen Zeiten sehe ich darin eine wichtige Grundlage für Zusammenhalt, Verantwortung und demokratisches Miteinander.

Die Stadtkirche empfinde ich als einen besonderen Ort, an dem Glaube, Religion, Tradition, Kunst, Musik und Geselligkeit auf wunderbare Weise zusammenfließen. Solche Orte brauchen wir in unserer Gesellschaft: Orte, die Menschen begeistern, verbinden und innerlich weit machen.

Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, Menschen Begegnungen mit Sinn und mit dem zu ermöglichen, was größer ist als wir selbst – damit Hoffnung lebendig bleibt. Deshalb finde ich den künftigen Namen „Hoffnungsgemeinde“ inspirierend. Hoffnung ist für mich keine Vertröstung, sondern eine Kraft, die Menschen aufrichtet, miteinander verbindet und dem Leben Tiefe gibt.

Ich freue mich sehr auf die gemeinsamen Ideen mit Haupt- und Ehrenamtlichen und mit den Menschen in der Gemeinde und hoffe, dass wir, wenn ich am 01.08.2026 meinen Dienst beginne, miteinander Orte erhalten und schaffen können, an denen Menschen – wie bei Yoko Ono – das Gefühl haben, für einen Moment „im Himmel“ zu laufen.

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